Papaji Kraft der Gnade
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A u s z g e  L e s e n

Interviews mit Menschen, die Erleuchtung suchten... und sie fanden

These interviews were conducted by Premananda
while living in Papaji's Lucknow Sangha 1992 - 1996.

In der Gegenwart Papajis erlebte der Interviewer sein eigenes Erwachen. Eine Woche nach diesem Ereignis rief Papaji ihn nach vorne, um vor ihm zu sitzen, und bat ihn, über die Wahrheit zu sprechen. Wie alle anderen in dieser Situation konnte Premananda nur ein paar Sätze stammeln, die vielleicht in Richtung Wahrheit gingen. Später fiel ihm ein, dass Menschen in einer entspannteren Zweierbegegnung die Wahrheit vielleicht besser beschreiben können.

Die meisten dieser Interviews fanden in Lucknow zwischen 1992 und 1996 statt. Die Gespräche kamen meistens ein oder zwei Tage nach dem Erwachen zustande, wenn das Feuer der Wahrheit am stärksten brannte.

 

Peter

 

… Eines Tages fuhr ich nach Haridwar und stieß auf Ramda, einen Freund von mir aus Brasilien. „Oh! Schön dich hier zu treffen, Peter“, sagte er. „Ich bin gerade auf dem Weg zu meinem Guruji, möchtest du mitkommen?“ Ich antwortete: „Ja klar, ich habe Zeit und komme gerne mit!“ Also gingen wir über die Hintergassen von Haridwar zu dem Haus des Gurus.

Bist du vorher schon bei anderen Gurus gewesen?

Ja, ich hatte schon an Satsangs (Begegnung in Wahrheit) und Darshans (in der Gegenwart eines Heiligen sein) bei Heiligen aus Rishikesh teilgenommen, aber nichts hatte mich gepackt. Ich hatte nie das Gefühl: „Das ist mein Guru.“ Ich war nicht auf der Suche nach einem Guru. Ich glaubte schon, dass es früher oder später passieren würde, wenn es so sein sollte. Die anderen sprachen über Freiheit, Erleuchtung und Selbsterkenntnis, aber ich habe nicht wirklich verstanden, worüber sie redeten. Ganz definitiv wollte ich etwas, aber ich wusste nicht genau, was. Ich ging zu so vielen Heiligen und Lehrern in Rishikesh, aber der Richtige war nie dabei.

Dann lernte ich eine wundervolle Sufi-Frau kennen. Später kümmerte ich mich um sie, als sie länger im Krankenhaus lag. Sie musste operiert werden, nachdem sie von einem Bullen auf dem Markt in Rishikesh verletzt worden war. Sie brachte mir bei, mein Herz zu öffnen, den Schlüssel wegzuwerfen und mich niemals wieder zu verschließen. Es geschah!

Ich schrieb einige kleine Gedichte darüber. Und ich begann, Gott zu sehen und ihn zu verstehen. Alles ging so schnell. Meine spirituelle Heimreise erfolgte im Schnelldurchlauf. Ich hatte keine Kontrolle über sie und auch keine Ahnung, was als Nächstes kommen würde. Alles geschah einfach, und ich spürte ein unglaubliches Glücksgefühl. Ich erinnere mich, wie ich eines Tages über die Ram Jhoola-Brücke in Rishikesh ging und mir plötzlich klar wurde, dass Gott in mir ist. Es war ein kurzes Aufleuchten, nichts Beständiges. Nach einer Weile entfernte ich mich wieder davon. Die Erfahrung war nicht von Dauer, solche Momente kamen aber immer wieder.

Danach also habe ich Ramda getroffen, und er brachte mich zu dem Mann in Haridwar. Wir kamen in ein Zimmer, wo ein schöner Mann mit nacktem Oberkörper auf dem Bett saß. Seine Arme waren mit Tätowierungen bedeckt und er wirkte unglaublich stark. Seine Präsenz war so ungeheuer kraftvoll, dass ich fast Angst bekam. „Komm rein und setz dich“, sagte er und fragte, wo ich herkäme. „Ich komme aus Australien“, antwortete ich. Sofort lächelte er mich an und fragte: „Kennst du die Kängurus, hast du mal ein Känguru angefasst?“ Und er fing an, über Natur und Tiere zu sprechen. Irgendwann erzählte ich ihm, dass ich Taucher sei. Das interessierte ihn so stark, dass sein ganzes Gesicht strahlte. Er genoss es offensichtlich, über die Natur zu sprechen. Wir unterhielten uns sehr lange und ich vergaß alles vollständig um mich herum. Es war wunderschön mit diesem Mann. Alles, woran ich vorher gedacht hatte, verschwand. Ich konnte einfach nur mit diesem wunderschönen Mann sein, und das tat mir so gut. Ich wusste nicht, was geschah. Er bot mir Chai (Tee) an, Kekse und Prasad (süße Speise, die ein Meister verschenkt).

Nach einer Weile sagte er: „Okay Peter, nun geh zurück nach Rishikesh, ich werde mit meinen Schülern am Ganges spazieren gehen.“ Ich wäre auch gerne mit diesem wunderbaren Mann und seinen Schülern zusammen am Ganges spazieren gegangen; doch war ich nicht eingeladen, schließlich hatte er mir ja die klare Anweisung gegeben, zurück nach Rishikesh zu fahren. So sagte ich mir: „Okay, ich werde gehen“, aber es tat mir in der Seele weh.

Ich fuhr also zurück nach Rishikesh, doch dieser Mann ging mir nie wieder aus dem Kopf. Ein paar Tage später beschloss ich, nach Haridwar zurückzukehren. Vielleicht würde er mich ja dann einladen. Doch ich konnte ihn dort nicht finden, weil ich die Seitenstraße mit seinem Haus nicht fand. Ich hatte auf dem Hinweg nicht darauf geachtet, und auf dem Rückweg erst recht nicht. Ich war irgendwie in einem anderen Zustand gewesen, denn ich hatte sogar vergessen, nach seinem Namen zu fragen. Obwohl ich nicht wusste, wer er war, fragte ich alle Leute nach ihm, indem ich diesen tollen Mann beschrieb.

Doch irgendwann kam für mich der Zeitpunkt, Indien wieder zu verlassen. Ich fuhr auf dem Seeweg zurück und reiste um die Welt herum nach Südamerika und in die Vereinigten Staaten. Eine Zeit lang lebte ich in San Franzisko und musste dabei immer wieder an diesen Mann denken. Ich wollte zu ihm und ihm dienen, mich ihm vollkommen hingeben. Ich wollte einfach bei ihm sein, er war so wunderschön. Aber ich konnte ihn nicht finden, kein Weg schien zu ihm zurückzuführen. Zwei oder drei Mal reiste ich noch nach Rishikesh, immer noch auf der Suche nach ihm. Ich traf Leute, die sagten: „Komm mit zu unserem Guru“. Ich jedoch erwiderte: „Nein, nein ich will zu diesem Mann. Ich denke, ich habe meinen Guru bereits gefunden.“ Ich suchte weiter und dabei begegnete ich allen möglichen Gurujis, auch in Südindien. Dann redeten die Leute von einem Mann in Lucknow, aber ich sagte: „Nein, nein, ich möchte ,meinen Guru‘ finden.“

Eines Tages, im Januar 1994, besuchte ich eine Frau in Westbengalen, die ich in Rishikesh kennengelernt hatte und in die ich nun verliebt war. In einem Brief bat sie mich, zu ihr zu kommen, und ich tat es gern. Doch als ich ankam, sagte sie mir, dass es mit uns vorbei sei. Ich war völlig aufgelöst und tief unglücklich. Also reiste ich nach vierundzwanzig Stunden wieder ab, zurück nach Rishikesh. Ich konnte kaum mehr richtig denken, so verletzt und enttäuscht war ich. Im Bahnhof, wo die Züge von Howrah nach Delhi fuhren, fragte der Bahnhofsvorsteher mich: „Wohin möchten Sie fahren?“

„Ich möchte einfach den nächsten Zug in Richtung Westen nehmen“, antwortete ich.

„Sie wissen doch bestimmt, wohin Sie wollen?“

‘„Setzen Sie mich einfach in den nächsten Zug. Ich möchte weg, ich möchte einfach nur von hier weg!“

„Gleich kommt ein Zug. Ich kann Ihnen allerdings keinen Platz mehr reservieren.“

„Geben Sie mir einfach eine Fahrkarte.“

„Möchten Sie nicht wissen, wohin der Zug fährt?“

„Okay, sagen Sie es mir.“

„Er fährt nach Lucknow.“

„Gut, dann fahre ich nach Lucknow.“

Ich dachte, Lucknow hört sich gut an. Da kann ich diesen berühmten Mann sehen, von dem die Leute soviel sprechen.

Ich kam in Lucknow an, wo ich zu Indira Nagar ins Satsang-Haus ging. Als ich eintrat wurde gerade auf einer japanischen Flöte und einem japanischen Saiteninstrument gespielt. Alles war friedlich und vom ersten Moment an fühlte ich mich sehr wohl. Ich setzte mich hin, ganz ohne jegliche Erwartungen. Ich war einfach froh, da zu sein. Es war wirklich eine Erleichterung, bei diesen schönen Menschen zu sein. Plötzlich verstummte die Musik, alle standen auf und legten die Hände zum Namaste (traditioneller Gruß) zusammen.

Ich schaute auf und konnte es kaum fassen: Herein kam der Mann, den ich so sehr vermisst hatte, der Mann, der in Haridwar auf dem Bett gesessen hatte: Papaji. Ich konnte es kaum fassen! Dann konnte ich nicht mehr denken, alles veränderte sich. Jede Zelle, jedes Atom strömte aus meinem Körper zu ihm. Es ist sehr schwer, dieses Gefühl zu beschreiben. Es war unglaublich kraftvoll!

Und dann stand er neben mir und ich konnte ihm in die Augen blicken, während er die Leute ansah. Als er seinen Blick dann mir zuwendete, verschwand mein Ich in vollkommener Hingabe, ohne dass ich irgendetwas dafür tat. Es gab keine Entscheidung, keinen Gedanken daran, sich hinzugeben. Es geschah von ganz allein.

 

 

Eoin

 

… Nach der Reise nach Indien kehrte ich dann nach Australien zu meiner Arbeit und meiner Praxis zurück. Letztes Jahr, das war Ende ’91, reiste ich abermals nach Indien, diesmal nach Lucknow. Es gab eigentlich keinen besonderen Grund. Ich war einfach neugierig und fühlte mich dort hingezogen. Dort angekommen hatte ich das Glück, Papaji zu begegnen und tatsächlich einige Zeit mit ihm zu verbringen. Ich gab ihm Behandlungen und versuchte, einige seiner körperlichen Beschwerden zu lindern. In unseren Gesprächen war ich sehr beeindruckt von seiner Menschlichkeit und seiner sehr, sehr klaren Wahrnehmung der Wahrheit.

Ich schrieb auf einen Zettel: „Ein kleines bisschen erleuchtet bin ich schon gewesen, aber das reicht ja nicht.“ Papaji las ihn vor; er kannte mich und sagte: „Das hat Eoin geschrieben.“ Normalerweise hat er die Leute immer nach vorne gerufen. Diesmal schaute er mich nur an und sagte: „Ein kleines bisschen reicht.“ Das war alles! Dann wandte er sich dem Nächsten zu. Was er gesagt hatte, wirkte sich tief auf mich aus. Ich befand mich in einer sehr starken und ruhigen Energie mit Papaji, als dringe seine Vibration in meinen Körper ein.

Danach fühlte ich mich sehr berührt und bewegt und empfand es als großes Privileg, da zu sein, allerdings spürte ich nicht den Wunsch zu bleiben. Ich fuhr nach Bodhgaya, um an Christophers Retreat teilzunehmen. Und da geschah es dann: Am dritten Retreattag, als ich gerade meditierte, so etwa vier oder fünf Tage nachdem ich Papaji verlassen hatte, kam diese riesige Kraft über mich. Da ich schon viele Erlebnisse während Meditationen gehabt hatte, kann ich sagen, dass dieses Erlebnis von einzigartiger Qualität war. Es war, als käme das Selbst zu Besuch. Eine tiefe Veränderung fand statt. Mein Verstand konnte immer noch denken, aber was da geschehen war, ging über meinen Verstand hinaus, weit darüber hinaus. Es war, als befände sich mein Körper in mir. Das Ganze hielt fünfundvierzig Minuten lang an. Danach sprach eine innere Stimme, die ich schon ein paar Mal vorher in meinem Leben gehört hatte, zu mir: „Dies wird dreimal geschehen, und dann ist Schluss mit dir.“

Das sagte sie wortwörtlich. Ich dachte zunächst, das sei Einbildung, das kann nicht wahr sein. Ein anderer Teil von mir jedoch dachte: „Oh, schnell, ich möchte, dass die anderen beiden Male geschehen“, denn ich wusste tief im Innern, dass es wahr war.

Dass diesmal die Zeit reif war, hatte ich schon vor meiner Reise nach Indien gewusst. Es war, als hätte ich mich mein ganzes Leben lang auf diesen Moment vorbereitet. Papaji ist dafür im Wesentlichen der Wegbereiter.

Während einer Meditationspause erzählte ich meiner Frau, die auch am Retreat teilnahm, was geschehen war.

Du bist also verheiratet gewesen?

Oh ja, ich habe vor anderthalb Jahren geheiratet. Kerstin, meine Frau, war sehr wichtig für mich in meinem Leben. Ich erzählte ihr, dass ich die nächsten zehn Tage Meditation wirklich brauchen würde, einfach um zu sehen.

Ein paar Tage nachdem das nächste Retreat begonnen hatte, passierte es natürlich wieder. Es war sehr stark, diesmal sogar noch stärker! Ganz eindeutig! Ich fragte mich: „Wow, was ist denn hier los?“

Ich kam aus dem Badezimmer und sah, wie die Lehrer miteinander sprachen, wie sie zu Mittag aßen, und ich war etwas verärgert, dass sie auf einem Stille-Retreat so laut waren, sagte mir aber: „Ach, das macht doch nichts.“ Kaum hatte ich das gedacht, brach meine ganze Realität zusammen. Es war wie ein großes Loch in der Realität. In tiefer Ehrfurcht stand ich da.

Wie lange hat dieses Loch angehalten?

Nur für einen Moment, ich weiß nicht, ein oder zwei Augenblicke lang, aber es war wirklich stark. Ich wurde so tief berührt wie noch nie zuvor, und ich war schon oft berührt worden.

Die anderen standen in kleinen Grüppchen zusammen und machten sich über die Natur der Realität lustig, sie rissen Witze darüber, wie leer doch alles sei. Ich entgegnete: „Ich glaube nicht, dass alles so leer ist. Ich verstehe nicht wirklich, was da passiert. Ich verstehe nicht, wie ihr darüber lachen könnt!“

Ich musste wirklich Tränen unterdrücken. Später erzählte ich Christopher von dem Erlebnis und wir sprachen ein wenig darüber. Er sagte mir, dass ich mich gerade auf der Schwelle zu etwas befinden würde. „Iss wenig zu Mittag“, empfahl er. Ich war überrascht, denn ich hatte noch nie zuvor gehört, dass er jemandem so spezielle Anweisungen gegeben hatte. Also setzte ich mich zum Mittagessen hin und nahm einen Bissen. Ich musste würgen, spuckte aus, fing an zu weinen und etwas begann mit meinem Körper zu geschehen.

Ich stellte meinen Teller ab, ging in mein Zimmer und schloss mich ein. Mein ganzer Körper zitterte. Ich weinte und Wellen der Energie rauschten durch mich hindurch. Dieses Erlebnis war unglaublich traumatisch für mich. Es hielt mindestens ein oder zwei Stunden lang an. Als es vorbei war, sagte ich: „Hier geht definitiv etwas vor sich. Ich weiß nur nicht was.“

Am nächsten Tag gingen wir zum Bodhibaum, zu einem Nachfolger des ursprünglichen Bodhibaumes, unter dem Buddha erleuchtet worden war. Ich saß unter dem Baum, sinnierte darüber, was so vor sich ging, schaute hinauf und sagte: „Lord Buddha, wenn das alles wahr ist, sende mir ein Blatt vom Bodhibaum.“

Ich fühlte mich wirklich an der Schwelle, denn ich hatte das Gefühl, dass sich die Realität verschiebt. Ich war mir nicht sicher, was da geschah. Ich schaute nach oben. Ich weiß nicht, warum ich das gesagt hatte. Es war nicht die Jahreszeit, in der die Blätter fallen, und es war höchst unwahrscheinlich, dass das, worum ich gebeten hatte, eintreten würde. Einige Augenblicke später erschien mir in einer Vision ein alter Tibeter, der zu mir herüber kam. Ich bot ihm einen Platz neben mir an und er setzte sich. Da ich noch eine kleine Kerze übrig hatte, gab ich sie ihm. Er stand auf und brachte ein Opfer dar. Die ganze Zeit über sprachen wir kein Wort, sondern schauten nur zu dem Baum hinauf. Dann stand er auf und ging wieder weg, hin zu einem Wächter, der mit einem großen Bambusstock herumlief. Ich weiß nicht, was sie gesprochen hatten, aber plötzlich drehte sich der Wächter um und schlug ein paar Blätter vom Baum. Der alte Tibeter griff nach einem kleinen Zweig, lief hinter eine Stupa (buddhistischer Schrein) und zupfte offensichtlich die Blätter ab. Einmal schaute ich kurz hin, doch ich wollte der Situation nicht vorgreifen. Deshalb saß ich nur da und beobachtete. Dann kam der alte Mann zu mir zurück, griff in seine Tasche und gab mir ein Blatt. Ich war wie von Sinnen und sagte: „Meine äußere Welt und meine innere Welt sind im Gleichklang. Was ist geschehen?“

Ich ging zurück zum Retreat. Wieder begann sich etwas in meinem Körper zu bewegen. Ich sprach mit Christopher; er war sehr erfreut und ziemlich glücklich über das, was da gerade geschah. Mein drittes Erlebnis fand dann kurz danach statt. Es passierte, während ich lief. Mein Körper zitterte und gleichzeitig aber beruhigte sich alles in mir. Das Ganze war ziemlich dynamisch.

Funktionierte dein Körper? Ich meine, konntest du laufen und sprechen?

Ja, aber ich selbst fiel in diese unendliche, stille Weite, in der die Wirklichkeit so beeindruckend ist und alles so wunderschön aussieht. Danach bekam ich einen leichten Malariaanfall und war krank, aber das machte mir gar nichts aus. Mein Körper war etwas geschwächt, aber die Vision, die ich hatte, war wirklich wunderbar.

Ich erinnere mich besonders an eine Situation in Kalkutta, als ich aus dem Hotel kam und mich auf einen Stuhl setzte. Ich schaute mir die Straße an, und sie sah perfekt aus, absolut perfekt. Weißt du, als würde nichts fehlen.

 

Johan

 

… In Argentinien wuchs dann das Gefühl, dass etwas in meinem Leben fehlte. Meine Arbeit war zwar vielseitig und ließ mir eine Menge Freiheit. Ich hatte auch die Gelegenheit zu reisen und vielen Menschen zu begegnen, und das ganz ohne finanzielle Sorgen – mein Leben war also sehr angenehm. Aber wie gut es auch immer war, irgendetwas Wichtiges fehlte, und ich hatte keine Idee, wo es zu finden war. Mehr noch, ich suchte nicht einmal danach. Ich wusste nur, dass mich die Suche in Richtung Spiritualität führen würde.

Zunächst aber zog ich nach Brüssel. Von dort fuhr ich immer wieder nach Holland, um meine Mutter zu besuchen. Durch sie lernte ich irgendwann ein Buch kennen, von dem sie sagte, es sei sehr interessant: „Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn“ von Osho. Ich hatte noch nie von Osho gehört.

Ich glaube, „Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn“ ist das Buch, in dem er über Jesus spricht. War deine Mutter Christin?

Meine Mutter kam zwar aus einer christlichen Familie, war aber sehr freidenkend. Sie las Krishnamurti, Sufi-Literatur und hinduistische Bücher, aber ohne etwas davon zu leben; für sie blieb alles auf der Ebene der Worte. Auf dieser Ebene las sie auch Osho. Ich hingegen hatte das Gefühl, mehr über ihn wissen zu wollen und besorgte mir das Buch, als ich wieder in Brüssel war.

Das war 1980. In dem Buch stand die Adresse des Osho-Zentrums in Amsterdam, und so rief ich dort an, um zu fragen, ob es in Brüssel auch ein Zentrum gäbe. Es gab eines und sie gaben mir die Adresse.

Ich erinnere mich, wie ich das erste Mal in dieses Haus kam. Ich musste ein paar Treppen hochsteigen und hatte dabei das Gefühl, dass gleich etwas Wichtiges passieren würde. Als ich oben ankam, sah ich lauter Leute in orangefarbenen Gewändern, die gerade mit einer Meditation beginnen wollten, bei der man sich rhythmisch schüttelte.

Ich rief meine Mutter an und sagte: „Rate mal, wo ich Urlaub mache? Ich fahre nach Pune.“ Zuerst dachte sie, ich würde einen Witz machen. Aber dann war sie gespannt, was ich dort erleben würde.

Ich ging also für drei Wochen nach Pune und nahm an einer Meditationsgruppe teil. Ich wusste nicht einmal, wie sich das Ganze nannte. Ich musste drei Tage lang flach auf dem Bauch liegen, und das machte mich sehr ruhig. Nach den drei Wochen Pune war es sehr schwierig, wieder nach Brüssel zurückzukehren.

Was passierte, nachdem du wieder zurück warst?

Ich erinnere mich an meinen ersten Tag in meinem Büro in Brüssel. Ich musste eine Entscheidung treffen. Entweder konnte ich mit meinem Leben weitermachen wie gehabt – karriereorientiert, viel Arbeit, viel Verantwortung – oder ich konnte nach Pune zurückgehen und heraus- finden, um was es wirklich geht. Ich brauchte ganze fünf Minuten, um mich zu entscheiden: Es war Zeit, nach Pune zu gehen.

Ich ging zu meinem Chef und erzählte ihm, was passiert war, und dass ich wieder nach Indien wollte. Er war sehr erstaunt; er dachte sogar, ich wäre hypnotisiert worden, Da ich in seinen Augen ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft war, bot er mir erst einen, dann maximal zwei Monate Urlaub an. Aber ich wollte ein freier Mann sein! Frei sein zu entscheiden, wie es weitergehen sollte. Also kündigte ich meinen Job. Drei Monate musste ich dann allerdings noch abwarten, bevor ich mich so schnell wie möglich auf den Weg nach Pune machen konnte.

Darf ich dich hier kurz unterbrechen? Du sagst, du hast deinen Job gekündigt. Aber so wie du das beschrieben hast, war es eigentlich doch mehr als nur ein Job. Deine Arbeit war dein Leben geworden! Du hattest mehr als zwanzig Jahre lang bei dieser Firma gearbeitet.

Es waren sechzehn oder siebzehn Jahre. Ja, das ist wirklich komisch. Mein Job war sehr wichtig für mich und hat mir bis zur letzten Minute viel Spaß gemacht. Und dennoch war es nie mein Bestreben gewesen, so eine Karriere zu machen. Das ist ganz von allein passiert. Tagsüber war ich mit vollem Einsatz dabei, aber abends, sobald ich nicht mehr im Büro war, dachte ich keine Sekunde mehr an die Arbeit. Ich habe nie nach einer Karriere gestrebt, das kam alles von selbst. Ich bin immer noch erstaunt, dass ich ohne große Bemühungen all diese Posten bekommen habe. Ich weiß noch, als ich meinen Chef anrief, um zu kündigen: da kam so eine Freude in mir auf, dass ich begann, durchs Büro zu tanzen. Das muss ein komischer Anblick gewesen sein!

Du hast dich wirklich frei gefühlt!

Ja, unglaublich frei, und gleichzeitig entdeckte ich etwas in mir, das ich wahrscheinlich schon immer gewollt hatte! Die Entscheidung war mir nicht schwer gefallen, darum hatte ich sie auch innerhalb von fünf Minuten treffen können. Ich hatte keine Familie, an die ich denken musste, und Geld war auch kein Problem. Was ich also entdeckte, war: Was jetzt kommt, ist so essentiell, das kann ich nur ganz allein für mich herausfinden! Also ging ich nach Pune und wurde Osho-Sannyasin (Schüler von Osho).

Osho gab mir den Namen Dhyan Parishuddha: „Vollkommene Reinheit“.


War das Alexander Smit?

Ja. Nachdem ich Osho in Bombay und Pune noch einmal gesehen hatte, fing ich an, zu Alexander Smit zu gehen. Er ist ein Schüler von Nisargadatta Maharaj, und bereits nach sehr kurzer Zeit bei ihm hatte Alexander sein Erwachen. Er begann Satsang (Begegnung in Wahrheit) zu geben; allerdings nannte er es nie Satsang, sondern einfach nur Treffen. Er sprach über das Wesentliche, über nichts anderes als „Ich bin“. Sehr im Sinne der Botschaft aus Nisargadattas Buch „Ich bin“..

Was meinst du mit „wesentlich“?

Seinen Versuch, auf jede mögliche Art und Weise zu erklären, wer du bist. Ich muss zugeben, dass ich während des ganzen ersten Jahres keine Ahnung hatte, wovon er redete. Trotzdem hatte ich das Gefühl, zu ihm gehen zu müssen. Was mich am meisten überraschte, war die Tatsache, dass ich auch nach fünf Jahren bei Osho nicht die leiseste Ahnung hatte, um was es eigentlich ging. Allerdings lag das nicht an Osho.

Erst nach einem Jahr bei Alexander begann es mir langsam zu dämmern. Er packte mich regelrecht am Schopf und zwang mich, Fragen zu stellen. Endlich begann ich zu ahnen, wer ich wirklich bin. Dann reiste ich zum zweiten Mal zu Osho nach Pune. Doch als er meist nur über den Aufbau der Multiversity in seinem Ashram im Koregoan Park sprach, fragte ich mich: „Warum bleibst du nicht bei der Sache?“ Ein wenig enttäuscht flog ich wieder zurück.


Was hast du während der ersten Satsangs vor drei Wochen empfunden?

Ich war einfach nur glücklich, hier bei Papaji zu sein. Je länger ich hier war, desto mehr spürte ich die Einheit der Sangha (Gemeinschaft um einen Meister). Ich wollte zu ihm nach vorne! Natürlich denkst du immer öfter daran, je näher die Abreise rückt. Aber ich hatte einfach keine Fragen.

Dann endlich hatte ich eine Frage gefunden! Sie hatte sich aus dem Buch ergeben, in dem ich gerade las. Ich fragte mich, ob es möglich wäre, das Selbst im Bruchteil einer Sekunde zu erkennen. Die ganze Zeit hatte ich versucht, dem wirklich nahe zu kommen. Weil diese Frage aber ständig im Raum stand, hatte ich das Gefühl, dass die Frage selbst die Verwirklichung blockierte. In Wirklichkeit aber hatte ich einfach nur Zweifel.

Ich stellte Papaji die Frage, und es war unglaublich, wie er mich ganz direkt und doch Schritt für Schritt sehen ließ, dass diese Frage nichts anderes als ein Zweifel war. Die Frage kam aus dem Verstand, aus dem Ich. Papaji brachte mich dazu, nach diesem „Ich“ zu suchen; und plötzlich war „ich“ nirgendwo zu finden. Er sagte: „Das ist es!“ Wenn er das nicht gesagt hätte, hätte ich es verpasst, weil es so einfach und so nah ist. (lange, bedeutungsvolle Stille)

Unfassbar! Ich bin immer noch ganz benommen. Das kann nur ein Meister!

Findest du Worte, um diese Erfahrung zu beschreiben?

Ich bin voller Frieden. Ich weiß: Das ist es! Es ist sehr kostbar. Ich muss sehr achtsam damit sein. Seit diesem Ereignis kommen viele Leute zu mir und wollen mehr darüber wissen. Ich spreche lieber nicht so viel darüber. Du kannst es zwar nicht wirklich verlieren, aber du kannst die Verbindung dazu verlieren. Das war Papajis Geschenk.

Suresha

 

Kannst du uns ein paar Geschichten darüber erzählen, wie es ist, in Papajis Haus zu leben?

Es ist atemberaubend. In so vieler Hinsicht ein Geschenk. Wie sieht das alltägliche Leben Papajis wirklich aus? Man hat dieses Bild des Meisters als ein übermenschliches Wesen. Aber Papaji öffnet einfach die Haustür und sagt: „Mein Haus ist dein Haus, mein Körper ist dein Körper, mein Selbst ist dein Selbst.“

Ich habe noch nie jemanden getroffen, der so bedingungslos offen ist wie er. Es ist schon überwältigend, ihn einfach zu beobachten, wie er in Hemd und Lunghi (rockähnliches, gewickeltes Lendentuch) herumläuft, Pan (süße Gewürze in ein Bethelblatt gewickelt) kaut, fernsieht oder die Zeitung liest; oder mit ihm einkaufen oder spazieren zu gehen…

Wenn du überwältigend sagst, meinst du dann, dass jeder gewöhnliche Augenblick intensiver ist, dass er von feinerer Qualität ist, auch wenn er nur Zeitung liest oder Pan kaut?

Ja, ich meine, dass er überhaupt Zeitung liest! Ein Meister ist solch ein überirdisches Wesen; man weiß ja nicht einmal, wohin er nach dem Satsang entschwindet. Vielleicht schwirrt er im Äther herum? Was passiert mit ihm? Für mich ist es schon unglaublich, dass er überhaupt gewöhnliche Kleidung trägt und fernsieht. Es ist, als würde man fragen, was Gott in seiner Freizeit macht. „Er liest Zeitung!“ (beide lachen)

Da ist noch etwas anderes: diese Verliebtheit, die man für jemanden empfinden kann. Wenn du jemanden liebst, sieht alles viel schöner aus. Ich weiß nicht, ob du je ein Kind hattest, aber mit einem Kind erlebst du diese überwältigende Verbindung: „Sieh nur, sie hat sich bewegt! Schau dir mal ihren Mund an! Sie hat gezwinkert!“ Genauso ist es mit Papaji. Auf seinem Gesicht breitet sich ein spitzbübisches Lächeln aus, und man weiß genau jetzt heckt er eine Schelmerei aus oder wird gleich einen Witz erzählen. Einfach diese Kleinigkeiten über ihn zu wissen – wie er jemanden verulkt, Geschichten erzählt oder einem liebevolle Dinge zuflüstert, wenn man in seiner Nähe sitzt.

Es sind diese Kleinigkeiten, die so viel über ihn aussagen. Zum Beispiel unterhalte ich mich mit einer Freundin auf dem Weg zu seinem Haus und dann geschieht etwas, irgendetwas, und wenn wir bei ihm am Haus ankommen, weiß er schon davon. Genauso ist es, wenn er mit den Menschen arbeitet, wenn Unstimmigkeiten aufkommen: Er sieht einfach alles.

In einem Zimmer gibt es zum Beispiel Streit. Er wartet; er geht nicht hin, um ihn zu stoppen, aber jeder weiß, dass er Bescheid weiß, egal wo er sich im Haus befindet. Dann kommt einen Tag, drei Tage oder auch eine Woche später eine Situation zustande, durch die er dann jedem der Beteiligten zeigen kann, worum es bei dem Zwischenfall ging. Vielleicht wird er mit einem von ihnen oder mit beiden gleichzeitig sprechen. Was mich am meisten berührt und was ich am allerschönsten finde, ist, wenn er mit beiden zusammen noch einmal darüber redet. Er spricht noch einmal über den Zwischenfall und versucht jedem einzelnen zu zeigen, wie man tiefer in die Wahrheit kommen kann. Beide werden dabei in ihrem Wesen geachtet und es geht nicht um Recht oder Unrecht.

Von diesen kleinen wertvollen Begebenheiten gibt es so viele. Du verbringst den Tag mit ihm und siehst, wie er mit den Menschen umgeht. Oder du beobachtest ihn, wenn er mit sich alleine ist; wie er sich bewegt, wenn er gerade dabei ist, sich zu entscheiden, wann er sich bewegen wird oder wohin, oder wenn er sich dann tatsächlich bewegt. Ihn einfach dabei zu beobachten, wie er sich bewegt! In allem steckt eine Magie, ein Geheimnis, selbst wenn du nie verstehen wirst, um was es eigentlich geht. (lacht)

Und er kümmert sich so liebevoll! Er kümmert sich um jedes Wehwehchen der Leute. Wenn ein Kind zum Beispiel ein Tierchen im Auge hat – allein schon die Art, wie er es herausholt! Er kümmert sich darum, dass die Menschen sich eingeladen und willkommen fühlen und bei ihrer Ankunft in Lucknow eine Bleibe finden.

Hat sich etwas bei dir verändert, seitdem du im Haus lebst?

Alles verändert sich. Er ist wie ein wildes Feuer und es ist einfach unmöglich, in seiner Gegenwart noch an etwas festzuhalten, wenn Freiheit deine erste Priorität ist. Es spielt keine Rolle, um welche Konzepte es sich handelt: Freiheit oder mein Körper oder was ich glaube zu brauchen oder wer ich bin. Sogar was ich über Liebe und Mitgefühl denke, spielt keine Rolle – alles kommt an die Oberfläche und in Bewegung, wenn du bei Papaji bist.

Oft schickt er mich nach hinten, um mit den anderen Frauen aufzuräumen, und die Männer dürfen sich zu ihm setzen, während er dasitzt und seine Post liest. Dann denke ich: „Das ist ungerecht. Aber okay, kein Problem.“ Tatsächlich ist es egal, denn er weiß alles; und deshalb ist es egal, wo ich mich im Haus aufhalte, ob jetzt vorne bei ihm oder hinten. Alles ist einfach perfekt.

Es ist absolut überwältigend, wie eindringlich seine Präsenz ist und wie sie sich zeigt. Er braucht nur ein Wort zu sagen oder dir einen Blick zuzuwerfen. Er kennt dich ganz genau, er kennt jeden ganz genau. Es spielt keine Rolle, wenn das, was er zu dir sagt, scheinbar nichts mit der Situation zu tun hat. Wichtig ist, dass man die Botschaft in sich aufnimmt.

Die Leute haben die Vorstellung, um einen spirituellen Meister herum wäre alles lieblich, friedvoll, glückselig und harmonisch. Ist es nicht eher im Gegenteil so, dass viele starke Emotionen hochkommen, die Chaos aufwirbeln? Das alles irgendwie unerwartet und spontan geschieht? Und ist es nicht so, dass Papaji das alles regelrecht genießt?

Er genießt es nicht nur, er arrangiert es sogar! Er kennt jeden einzelnen viel besser als sie sich selbst! Nur eine Bewegung, eine Entscheidung von ihm, und die ganzen Muster werden in Gang gesetzt. Wenn sie hochkommen sollen, dann werden sie auch hochkommen. Und sie werden ihren natürlichen Lauf nehmen, bis das Spiel zu Ende ist.

Glaubst du, dass die meisten Leute in seinem Haus danach ausgesucht wurden? (lacht)

Wir haben alle unsere Verhaltensmuster und jedes wird auf unterschiedliche Weise aktiviert. Alles greift ineinander. Es kann zum Beispiel sein, dass Papaji die Zeitung liest, jemand kommt ins Zimmer und plötzlich beginnt er, laut vorzulesen. Jeder weiß, er macht das wegen etwas, das gerade am anderen Ende des Zimmers vor sich geht.

So kann man einen wahren Meister von einem gewöhnlichen Lehrer unterscheiden – Papaji ist ein wahrer Meister. Ein wahrer Meister hat nicht nur ein perfektes Gespür dafür und weiß ganz genau, was in jedem Einzelnen vor sich geht, sondern auch, wie er das in wundervolle Wechselwirkung bringen kann. So wundervoll, dass man um ihn herum das Gefühl hat, als ob nichts getan würde.

Can you tell us some of your stories of being with Papaji in his house?

It is amazing. It is a gift in so many ways. What is the daily life of Papaji really like? You have this superhuman image about what a master is like, and Papaji just opens his doors: my house is your house, my body is your body, my Self is your Self. I have never seen anyone open their life like he does. So just watching him walk about in a shirt and lungi (length of cotton cloth), chewing pan (sweet spices wrapped in a betel leaf), and watching TV and reading newspapers is amazing, and to do things like going shopping with him, going on a walk.

When you say amazing, do you mean that each moment of ordinariness is more intense, that it has a finer quality, whether he is just reading the paper or chewing pan?

I mean that he is even reading the paper! A master is so exalted. Does he disappear after Satsang and hover somewhere in the ether? What happens? That he wears ordinary clothes and watches television. For me it is incredible that he does ordinary things. It's almost like, ‘What does God do in his spare time? He reads the paper (laughs)!'

There are other things, things about being in love with somebody. When you love somebody everything has such an enhanced quality. I don't know if you have ever had a child, but when you have a child there is this amazing bond, like oh, she moved! Look at the way her mouth is. She blinked! So Papaji moves his face and a little impish expression comes, and you know that he is getting ready to do something mischievous or going to tell a joke. Just getting to know these tiny things about him, the way he fakes with someone, or tells a story, or if you are sitting close to him he mutters sweet little things under his breath.

It is these little things that reveal things about him. If a girlfriend and I are talking on the way to the house and something happens, when we get there he already knows about it.

Also the way he works with people, the way he deals with things if a dispute arises. He sees everything. Somebody has a fight in the backroom. He waits; he doesn't go in and try to stop them, but you know that he knows, no matter where he is in the house. Eventually a day, three days, or even a week later, something comes up in life from which he brings a teaching to that particular incident for each of them. Maybe he will say something to one person, maybe to both of them at the same time. One of the most beautiful things he does, that touches me so, is that he will speak to both of the people in the room together. He will speak about the incident so that each one of them receives a lesson of how to come from a truer place. He speaks about the incident in a way that honours both beings. He doesn't talk about it in a way of right or wrong.

There are so many precious little things like that. To spend the whole day with him and see him being with people, or to watch him on his own as a being, to see the way he moves while he decides when he is going to move, where he is going to move, or if indeed he is going to move. Just to watch him moving around! There is a magic and mystery in it all, even if you never get to understand what is going on (laughs).

And he is so caring. He cares about all the little things in people. He cares if a child has a little bug in his eyes. Just the way he will get the bug out. The way in which he helps people feel invited and welcome and helps them find a place to live when they arrive in Lucknow.

Is something shifting inside you during this time in the house?

Everything is shifting. You can't hold onto anything around somebody like that, who is a wildfire. Not if your priority is freedom. It doesn't matter what it is. All of my concepts about freedom, my body, about anything I think I need or think I am or even what I think about love and compassion. Everything is always up for grabs and shifting around Papaji.

A lot of the time he sends me to the back, and the guys get to sit up front with him while he is sitting and reading letters, and the women have to go in the back and clean up. I think, ‘That's not fair. But okay, no problem.' It doesn't matter, because he knows everything and it doesn't matter where in the house I am, whether I am in the front with him or in the back. It is just perfect.

It is absolutely amazing how his presence enters and reveals. He says one word or makes one look; he knows you so well, he knows everybody so well. And it doesn't matter if what he says doesn't seem to have anything to do with what really happened, I just have to be with it.

People have the image that around a spiritual master all is lovely, peaceful, blissful and harmonious. Am I right that it can be the opposite, and that there are a lot of strong emotions coming up with chaos about them and about the situation in the house; there is an unexpectedness and spontaneity to what is happening? And in a way Papaji relishes all these things?

Not just relishes, but even sets them up. He knows everybody so much better than they know themselves. So he can make one move, one decision, which affects one's tendencies. If they have to come up, they will come up. And they will be played out in every kind of raw, unpredictable way.

Do you think the people in the house were chosen for that reason (laughs)?

It's just that we all have these tendencies and they will come up each in their own way. It's all timing. It can be that he is reading the paper and somebody comes in, and Papaji will read something out loud. You know that the reason he does that is because of something that is going on somewhere else in the room.

Papaji is a true master. In a way that is how you can tell a true master from one who is only a teacher. A true master will know exquisitely and perfectly, not only what is going on with each one, but how to interact with it so beautifully. So beautifully, that around him it is as if nothing is being done. Papaji is not sitting in his room and thinking, ‘Okay, I need to do this and do that.' No, it is immaculate.